Plastikmüll sammeln am anderen Ende der Welt

  • ein Erfahrungsbericht von den Galapagos Inseln von Tina-


Ein 5-monatiges Sabbatical im Jahr 2022 gab mir die Möglichkeit, über einen längeren Auslandsaufenthalt nachzudenken, bei dem ich auch etwas Sinnvolles tun wollte. 

Nach längerer Recherche und vielen Überlegungen habe ich mich dazu entschieden, an einem Umweltschutzprojekt für 6 Wochen auf den Galapagos Inseln teilzunehmen. Die Galapagos Inseln sind zu 94% reines Naturschutzgebiet, und es gelten strenge Auflagen, wenn man als Tourist dort einreisen möchte. Sogar das Gepäck wird vor dem letzten Flug vom Festland auf die Inseln individuell gecheckt. 

Die „Organisation“ bzw. Herstellung der entsprechenden Kontakte fand über ein deutsches Unternehmen statt, das sich auf Projektvermittlung in fast der ganzen Welt zu den Themen Tierschutz, Umweltschutz, Soziales und Medizin konzentriert. 

Ich landete also bei einer Gastfamilie auf den Galapagos Inseln, bei der ich herzlich aufgenommen wurde. Inhaltlich musste ich jedoch sehr bald große Unterschiede feststellen zwischen der Katalogbeschreibung des Projektes und den vor Ort existierenden Umständen und Rahmenbedingungen. Es sollte von Montag bis Freitag jeweils ca. 6 Stunden gearbeitet werden: sowohl an den Stränden, um Plastikmüll zu sammeln, als auch in Schulen und Kindergärten, um das Thema Umweltschutz präsenter zu machen. Zudem sollte es eine Projektgruppe geben, mit der man auch einen Teil der Freizeit verbringt und gemeinsame Aktivitäten unternimmt. 

Letztendlich war ich dann aber immer nur vormittags „beschäftigt“, wenn der Sohn der Gastfamilie mit mir an jeweils einen der drei Strände ging, um dort Müll zu sammeln. Eine Projektgruppe hat leider nicht existiert, und damit hatte ich in dem einzigen Ort auf der Insel mit 1.800 Einwohnern sehr viel Freizeit, aber nur sehr wenige Möglichkeiten, diese zu nutzen. 

Ich habe nach einer ersten Orientierungsphase die Umstände so akzeptiert, wie sie waren, und für mich und mein Projekt das Beste daraus gemacht. Die Landschaft und die Tiere auf den Galapagos Inseln sind jedenfalls absolut faszinierend, und die Nachmittage, an denen Seelöwenbabys direkt neben mir am Strand lagen oder spielten, werden für immer unvergesslich bleiben. 

Ich hatte durch die lange Zeit und den engen Kontakt zur Familie auch die Möglichkeit, viel vom „normalen“ Inselleben mitzuerleben. Es gab emotional sehr viele schöne Momente, aber auch sehr viele unschöne, weil ich erkannt habe, was in diesem „Paradies“ tatsächlich alles falsch läuft bzw. definitiv besser gemacht werden könnte. 

Meine Erkenntnis nach diesen 6 Wochen war, grob zusammengefasst, dass zum einen die Touristen, mit denen ich Kontakt hatte und die ich beobachten konnte, sehr achtsam waren im Umgang mit ihrem Müll und dem Verhalten vor Ort. Auch viele Agenturen, die die Ausflüge organisieren, sind sehr vorbildlich und servieren z.B. das Mittagessen bei Tagesausflügen in wiederverwendbaren Behältern und schenken Getränke ebenfalls nicht in Einmalbechern aus. 

Zum anderen musste ich jedoch im täglichen Leben viele Dinge beobachten, die die Sinnhaftigkeit meines Projektes immer wieder in Frage stellten. Ich sammelte vormittags Plastiktüten, Flaschen, Strohhalme, Bonbonpapier etc. am Strand ein (natürlich zusätzlich zu den vielen Dingen, die das Meer anschwemmt) und sah am Nachmittag, dass die Einwohner jede Tomate, jedes Brot und die meisten Lebensmittel in Plastik verpackt nach Hause trugen oder Obst direkt am Strand in Plastiktüten verkauft haben. Nicht einmal Einkaufskörbe werden hier genutzt, obwohl die Entfernungen nach Hause i.d.R. keine 500 m betragen. 

Es fanden auch immer wieder Feiern und Veranstaltungen für die Einheimischen an dem Strand statt, der direkt im Ort gelegen war, oder es war einfach nur das Wochenende, das viele genutzt haben, um bei schönem Wetter dorthin zu gehen. Leider war es über die Maßen traurig, diesen Strand dann am nächsten Tag zu sehen und den Müll wieder zu entfernen, damit keines der Tiere an einem Plastikdeckel verendet oder sich an Glasscherben verletzt. 

Für mich wurde es wieder bestätigt, dass jeder als erstes sein eigenes Verhalten überdenken sollte und hier schon kleine Veränderungen Großes bewirken können. Sich darauf zu verlassen, dass andere sich kümmern oder das Problem an der Wurzel behoben werden muss, ist nicht ganz falsch, aber hier habe ich tatsächlich auch mal die südamerikanische Brille aufgesetzt und gesehen, dass Umweltverschmutzung an diesem besonderen Ort nicht das größte Problem ist. Es wäre also überheblich, sich mit dem typisch deutschen Finger hinzustellen und zu sagen, was alles anders gemacht werden muss, aber um dieses Paradies zu erhalten, ist tatsächlich auch die Mithilfe der Einheimischen und der Regierung gefragt. Sich nur auf Freiwillige zu verlassen, die dieses Paradies retten wollen, ist letztendlich nur der Versuch, zusätzlich zu den normalen Touristen Geld ins Land zu holen. 


 

"Müll"- sagt man, wenn man etwas nicht mehr braucht oder reparieren müsste. Hier spürt man am besten, wie relativ die Sprache ist. Man kann aus einem wertvollen Gegenstand binnen Sekunden einen wertlosen machen. Es reicht, wenn man das kleine Wort "Müll" verwendet und schon landet das Produkt im Mülleimer oder auf der Straße.
Selbst nach den leckersten Speisen nennt sich, was übrig bleibt, "Müll"... Die Sprache ist eine große Macht und manipuliert unsere Gedanken: ich brauche etwas nicht mehr-das ist Müll-Müll muss man loswerden-Müll ist etwas Schmutziges, weg vom Auge, wenn ich den nicht siehe, existiert er auch nicht mehr.
Prüfe deine Gedanken: in dieser Kette gibt es überall Fehler! Was man nicht braucht, kann man weitergeben, die kaputten Sachen vielleicht reparieren lassen. Wenn man etwas wegschafft, bleibt der Müll trotzdem da, nämlich auf der Erde, auch wenn es nicht direkt vor dem Auge ist, sondern er ist vielleicht in einem anderen Land, im Magen der Tiere oder in der Luft nach dem Verbrennen usw.
Es ist nie zu spät, deine Mentalität zu ändern: Mülle deine Gedanken nicht voll, mülle deine Erde nicht voll!

Kreativer Müll?

Alte Banner gesucht

Wir suchen (Plastik)Werbebanner, die nicht mehr verwendet werden. Und was wird daraus entstehen? Schau mal bei den upcycling Fotos nach!

Süsskram Verpackungen

Der häufigste Müll auf der Straße ist die Verpackung von Süssigkeiten. Dazu zählen zum Beispiel Bonbonpapierchen, Gummibärchen-Tütchen, Lollisteckerl, Hüllen von Schokoriegeln und viele weitere. Der "Lieblingsmüll" ist die abgerissene Ecke von Süsskramfolien. Wer hätte gedacht, dass so viele Menschen die Ecken einer Verpackung komplett abreißen und fallenlassen. Mit der Zeit ist das Auge gut geschult und man findet auch diese kleinen Dreiecke.

Viele Süßkramverpackungen bräuchte es so gar nicht. Doch bis die Hersteller umdenken, wird es noch lange Zeit in Anspruch nehmen. Wir wollen bei dieser Aktion mit einem Fotoshooting auf diese Müllart aufmerksam machen. 
Zeitpunkt: folgt 



Wirf es nicht weg

Kein Müll für Andere!

Damit die Resttonnen nicht so belastet sind, kann man immer die Möglichkeit suchen, die überflüssigen Sachen abzugeben.  Hier findest du eine Liste, was und wo man alles in Unterhaching abgeben kann:
Wo?
-Wertstoffhof:  Biberger Str. 89 
-whatsapp Gruppe: Zu Verschenken -UH/TK (durch Einladung)

Was?
-leere Mascaratuben: Igelstation  (Abgabeort: Turnerweg 10 bei Sabine) 

-paarlose Handschuhe: kontaktiere bitte uns
-alte Banner: kontaktiere bitte uns (schaue bei den Bilder, was alles wir daraus basteln;)
-kurze Bleistifte: Mit einer Bleistifverlängerer kann man sie noch lange benutzen

Alte Handtücher gesucht

 

Aus alten Frottir-Handtüchern kann man wunderbar Schmink-Pads nähen. Oder wenn man nicht basteln möchte, kann man die und die Bettlaken auch für Obdachlosen Heime in München spenden. Wenn sie viel zu gebraucht sind: Tierheime nehmen die Handtücher auch gerne an. (Abgabe beim Verein für Lebensmittelrettung und gegen Ressourcenverschwendung: Turnerweg 10)